Dem kommunalen Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“ und damit der Jagd nach dem Preis „Rhönschaf“ haben sich folgende Städte und Gemeinden gestellt (in alphabetischer Reihenfolge):
Burkardroth
- Markt im Landkreis Bad Kissingen am Südhang des Biosphärenreservats Bayerische Rhön
- Die zwölf Gemeindeteile Burkardroth, Frauenroth, Gefäll, Katzenbach, Lauter, Oehrberg, Premich, Stangenroth, Stralsbach, Waldfenster, Wollbach und Zahlbach haben rund 7.700 Einwohner.
- Bürgermeister: Waldemar Bug
Motten
- Motten ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen
- Motten und die beiden Gemeindeteile Kothen und Speicherz haben rund 1800 Einwohner.
- Bürgermeister: Jochen Vogel
Sandberg
- Sandberg ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld
- Sandberg mit seinen Gemeindeteilen Langenleiten, Schmalwasser, Waldberg und Kilianshof hat rund 2.700 Einwohner.
- Bürgermeister: Detlef Beinhauer
Sulzfeld
- Sulzfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld
- Sulzfeld zählt mit den Gemeindeteilen Kleinbardorf und Leinach rund 1.700 Einwohner.
- Bürgermeister: Jürgen Heusinger
Unsleben
- Unsleben ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld
- Es existiert nur die Gemarkung Unsleben mit rund 1000 Einwohnern
- Bürgermeister: Michael Gottwald
Willmars
- Willmars ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld
- Die drei Gemeindeteile Filke, Völkershausen und Willmars haben rund 650 Einwohner.
- Bürgermeister: Reimund Voß
Aktueller Stand der Berechnungen:
Die Berechnungstabelle der Kommunen finden Sie hier. (Stand: 06.04.2011)
Motten, Unsleben und Sulzfeld sind Spitze
Ein ganzes Jahr lang haben sich sechs Kommunen aus den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld innerhalb des von der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld e.V. veranstalteten kommunalen Wettbewerbs „CO2-Fußabdruck“ um die Verringerung ihres Kohlendioxid - Ausstoßes bemüht und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Am Donnerstagabend wurden in der FrankenTherme in Bad Königshofen die Sieger bekannt gegeben, dazu konnte Vorsitzender Rainer Bötsch alle Bürgermeister und jeweils einige Gemeinderäte aus den Teilnehmergemeinden Burkardroth, Motten, Sandberg, Sulzfeld, Unsleben und Willmars begrüßen.
Die jüngsten Ereignisse in Fukushima hätten wieder eindrücklich gezeigt, dass die Förderung der regenerativen Energien der einzig richtige Weg sei, wenn die Erde auch für nachfolgende Generationen noch lebenswert sein soll, sagte Bötsch. Das Einsparen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid war das Ziel des Wettbewerbs, es stand stellvertretend für die vielen Aspekte, die damit untrennbar verbunden sind: Umweltschutz, Stromsparen, Investitionen in Dämmmaterialien oder neue Fenster, die Anschaffung von stromsparenden Elektrogeräten, effizienten Heizanlagen und Heizungspumpen und vieles mehr. Nicht zuletzt profitierte die heimische Wirtschaft von den Aktivitäten der Bürger.
Wie Projektleiter Günter Lieberth in seiner Rückschau berichtete, hat die Energie-Initiative die Bürger der Kommunen während des Jahres begleitet mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen zu Themen wie Wärmedämmung, Heizen mit regenerativen Energien und effiziente Heizungspumpen, es wurde der preisgekrönte Dokumentarfilm "Die 4. Revolution - Energy Autonomy" gezeigt und über ökostrom aufgeklärt. Eine Ausstellung lief zum Thema "Passivhaus" und auf dem Kreuzberg fand eine Wettfahrt Elektrobikes gegen den deutschen Meister im Moutainbikefahren, Andy Eyring, statt. Schon im Vorfeld hatte die "Eiswette" auf dem Bad Neustädter Marktplatz für Aufsehen gesorgt, interessant gestaltete sich auch die Suche nach dem ältesten noch laufenden Kühlschrank und der ältesten Gefriertruhe in den Teilnehmergemeinden, die per Wärmekamera als Stromverschwender entlarvt und durch neue, energieeffiziente Geräte ersetzt wurden. In den Gemeinden konnten Strommessgeräte ausgeliehen werden und es stand eine kostenfreie Beratungs-Hotline zur Verfügung.
Viel hat sich bewegt in dem Wettbewerbsjahr, nicht alle Versammlungen und Events waren so gut besucht, wie sich das die Veranstalter gewünscht haben. Leider seien einige der Gemeinden erst nach einer längeren Anlaufzeit in Schwung gekommen, berichteten die Bürgermeister. Jochen Vogel aus Motten hatte sich sofort entschlossen beim Wettbewerb mitzumachen. Nach einem etwas zähen Anfang lief es so gut, dass es fast egal war, ob man gewinnt oder nicht. "Die Leute haben sich Gedanken gemacht und sich engagiert." "Eine sehr gelungene Sache" nannte er den Wettbewerb und berichtete stolz, dass Motten ein Viertel seines Stroms schon selbst erzeuge. Auch Waldemar Bug, Bürgermeister von Burkardroth, berichtete, dass die Bürger ihre Belege und Rechnungen, die für den Wettbewerb zählten, erst am Ende vermehrt abgegeben haben. Er bedankte sich bei der Energie-Initiative für die gute Idee und für die Mitgestaltung des Herbstmarktes in Burkardroth.
Unslebens Bürgermeister Michael Gottwald erinnerte sich an den Startschuss bei 20 Grad minus in seiner Gemeinde im Februar 2010, es war so kalt, dass die äußeren Zeichen des Wettbewerbsbeginns, zwei Holzstelen, die den Ist - Zustand des CO2-Ausstoßes (11 t pro Person und Jahr) und den anzustrebenden, nachhaltigen Zustand (2 t) symbolisierten, nicht in die Erde gebracht werden konnten. Vor allem die erste Veranstaltung war sehr gut besucht. Er fand den Wettbewerb gut, weil er die Bürger mit einbezogen hat und die Themen neutral gehalten wurden. "Wir sind froh, dass wir dabei gewesen sind", so Gottwald.
Willmars habe Neuland betreten, berichtete Bürgermeister Reimund Voß. Man habe gelernt, was eine Gemeinde alles machen kann, beispielsweise habe man in allen Dorfgemeinschaftshäusern alte Kühlschränke ausgemustert. Er lobte besonders Projektleiter Günter Lieberth, der viel Sachverstand eingebracht hat. Auch aus Sulzfeld gab es Lob, man habe viel dazu gelernt, bestätigte Bürgermeister Jürgen Heusinger. "Es war überragend und wir haben den Wunsch weiter zu machen." Sandberg habe eine "schöne aber stressige Zeit" hinter sich, weil parallel zum „CO2-Fußabdruck“ noch andere Projekte liefen, berichtete Bürgermeister Detlef Beinhauer. Viele Denkanstöße und Einsparpotenziale habe man aus dem Wettbewerb mitgenommen. "Schade, dass nicht mehr Kommunen mitgemacht haben, die haben etwas versäumt", so sein Kommentar.
Bad Königshofen (rv) Die genauen Zahlen des abgeschlossenen kommunalen Wettbewerbs „CO2-Fußabdruck“ der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld hatte Dipl.Ing. Sebastian Kuhn für die Zuhörer bei der Bekanntgabe des Siegers bereit, er hat alle eingereichten Rechnungen bearbeitet und musste beispielsweise auch Fragen auf den Grund gehen, ob die Anschaffung eines größeren Güllefasses zählt, weil der Bauer dann weniger Sprit beim Ausbringen verbraucht, oder die Abschaffung des Wäschetrockners. Er lobte unter anderem die wackeren Fahrradfahrer aus Burkardroth, die auf ihr Auto verzichteten und 21.261 km zurücklegten. 83 PV-Anlagen mit insgesamt 1.529 kW p entstanden in dem Jahr, es wurden im Wärmesektor 526.000 l Heizöl (entspricht 510.000 qm Erdgas) eingespart. Insgesamt wurden von allen Kommunen im Wettbewerbszeitraum 8.800.000 kWh eingespart, das entspricht ungefähr 3.423 Tonnen CO2.
Gesiegt hat die Gemeinde Motten mit einer Einsparung von 1.380 t, das sind 6,82 Prozent, der zweite Platz geht an Unsleben mit 4,18 Prozent, Platz drei an Sulzfeld mit 2,07 Prozent, es folgen Sandberg (1,26 Prozent), Willmars (1,08 Prozent) und Burkardroth (0,90 Prozent). Motten hat damit den Rhönschafpreis, dotiert mit 5.000 Euro, gewonnen, dazu ein Dorffest, an dem die übergabe erfolgt. Platz zwei erhält 3.000 Euro und Platz drei 2.000 Euro. Der Energiepreis Rhönschaf wurde erstmals vor einigen Jahren von der Energie-Initiative vergeben an besonders innovative Projekte, damals gewannen die Betreiber der ersten Biogasanlage in Bad Königshofen.
Vorsitzender Rainer Bötsch bedankte sich bei allen Teilnehmern und allen Aktiven aus der Vorstandschaft des Vereins, dem Projektleiter, den Sponsoren und auch dem ehemaligen Vorsitzenden Daniel Miller, der das Projekt mit initiiert hat.

Sieger sind eigentlich alle: Motten hat beim kommunalen Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“ gewonnen, das wurde am Donnerstag bekannt gegeben und gefeiert von (von links) Projektleiter Günter Lieberth, stellvertretender Vorsitzender Ulrich Krieg, Bürgermeister Detlef Beinhauer (Sandberg), Bürgermeister Michael Gottwald (Unsleben), Bürgermeister Jochen Vogel (Motten), Bürgermeister Waldemar Bug (Burkardroth), Bürgermeister Jürgen Heusinger (Sulzfeld), Bürgermeister Reimund Voß (Willmars), Vorsitzender der Energie-Initiative Rainer Bötsch und Dipl. Ing. Sebastian Kuhn.

Gewonnen: Die Gemeinde Motten hat innerhalb des Wettbewerbszeitraums von einem Jahr seinen CO2-Fußabdruck am meisten verkleinert, hier Bürgermeister Jochen Vogel (links) mit Projektleiter Günter Lieberth.

Auch die Medien interessierten sich für die Sieger beim „CO2-Fußabdruck“: Hier befragt BR-Reporter Hanns Friedrich Bürgermeister Jochen Vogel und Projektleiter Günter Lieberth.
Fotos: Regina Vossenkaul
Auftaktveranstaltung „CO2-Fußabdruck“ in Motten - Bürgermeister: Motten macht mit
Die Kommune beteiligt sich am Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“
Zu einem „Klimaschutz-Wettbewerb für Kommunen“ hat das Biosphärenreservat Rhön aufgerufen, dem „CO2-Fußabdruck“. Ohne den Gemeinderat, ganz für sich alleine entscheidet Mottens Bürgermeister Jochen Vogel: „Das belastet den Haushalt nicht so sehr, da machen wir mit!“
Ein Jahr lang tritt Motten nun in den Wettstreit mit Burkardroth (Lkr. Bad Kissingen) sowie den Rhön-Grabfeld-Gemeinden Unsleben, Sulzfeld, Hollstadt, Fladungen, Willmars und Sandberg. In dem Wettbewerb wird ermittelt, wer durch gezielte Maßnahmen seinen CO2-Fußabdruck am meisten reduzieren kann. „Ich glaube an die Kraft jedes einzelnen Verbrauchers“, sagt der Energieberater Günter Lieberth. Er leitet das Projekt der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld. Er wird dabei von den Kooperationspartnern Biosphärenreservat Rhön und Bund Naturschutz unterstützt. „11 Tonnen Kohlendioxid pro Bürger und Jahr werden in Deutschland erzeugt, nachhaltig wären zwei Tonnen“, sagt Lieberth.
Nachhaltig würde bedeuten, dass jeder Mensch nur so viel Kohlendioxid erzeugt, wie die Erde kompensieren kann. Deshalb setzt das Projekt auch da an, wo etwas zu erwarten ist - bei jedem Einzelnen, bei den Bürgern und Unternehmer. Damit das Vorhaben gelingt, wird jeder aufgefordert, seinen Beitrag zu leisten. Das Wichtigste ist dabei, so Lieberth: „Anfangen“.
Das haben die Mottener Bürger, zumindest jene, die zur Auftaktveranstaltung gekommen waren, bereits getan. Alle haben eine Energiesparlampe geschenkt bekommen, die man natürlich künftig nutzen sollte. Diese Lampen fließen im Übrigen bereits in den Wettbewerb mit ein.
Damit der Wettbewerb gelingt wird die Energie-Initiative die Bürger begleiten und tatkräftig unterstützten. Um ihren persönlichen „CO2-Fußabdruck“ zu ermitteln, bekommen Mottens Bürger und Verwaltung demnächst einen Fragebogen mit detaillierten Fragen über den Energieverbrauch per Post. Nach einer Datenerhebung profitieren Gemeinde und Bürger von Beratungsangeboten und -tagen. „Motten ist besonders spannend, weil es für seine Größe viele Gewerbebetriebe und überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze hat. Es kann hier eine interessante Geschichte werden“, sagte Michael Geier, der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats.
„Informieren, investieren und kommunizieren“, sollten die Mottener, appellierte Günter Lieberth. Für einen erfolgreichen Wettbewerb sollen Investitionen, die die Bürger zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes tätigen, auch belohnt werden. Dazu gehört unter anderem die Suche nach dem ältesten Kühlschrank und der ältesten Gefriertruhe in der der Gemeinde. Wer die besitzt, dem winken neue der Energieklasse „A++“.
Darüber hinaus werden Bürger, die mit ihren realisierten Maßnahmen zur „Klimadiät“ beitragen, mit Ton-Medaillen ausgezeichnet. Das Bewusstsein für Energieeinsparungen soll gefördert werden. Vierteljährlich will man sich mit den Bürgern zu Veranstaltungen treffen. Kaufbelege sollen dabei erfasst werden, um festzustellen zu können: „Was wurde rausgeworfen, was wurde angeschafft“. Und damit auch: Was wurde an Kohlendioxid eingespart.
Erfasst werden die Daten mit einer Software von „Green Orange“. Die drei erfolgreichsten Gemeinden sollen im Frühjahr 2011 jeweils 5000, 3000 und 2000 Euro Preisgeld erhalten. Die Sieger-Gemeinde wird darüber hinaus mit einem Dorffest belohnt.
(Quelle: Main-Post vom 09.04.2010)

Auftaktveranstaltung „CO2-Fußabdruck“ in Sandberg - Ein Jahr lang energiefreundliches Verhalten im Test
Das Klima schützen und den Geldbeutel schonen
Klimaschutz fängt im Kleinen an. Jeder Einzelne kann seinen Beitrag leisten. Die Gemeinde Sandberg möchte ihr klimafreundliches Handeln unter Beweis stellen und tritt im kommunalen Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“ an. Bei der Auftaktveranstaltung wurde das Projekt erläutert und es gab viele Informationen zu umweltverträglichem Handeln im Alltag.
Vor dem Rathaus machen zwei Holzstämme mit einer Info-Tafel auf den Wettbewerb aufmerksam. Die Tafel wurde zum Beginn der Veranstaltung von Bürgermeister Detlef Beinhauer enthüllt. Der 5,5 Meter große Baumstamm steht symbolisch für den derzeitigen C0-2-Verbrauch von elf Tonnen pro Bundesbürger und Jahr. Jeder Mensch auf der Erde dürfte eigentlich nur zwei Tonnen CO2-Gase produzieren. Für dieses angestrebte Ziel steht die wesentlich kleinere, 1,50 Meter-Säule.
Bürgermeister Beinhauer bezeichnete den Wettbewerb als „eine tolle Herausforderung für unsere Gemeinde“. Mit kleinen Schritten könne man Großes bewirken. Mit diesem Wettbewerb hätten die Bürger Gelegenheit, gemeinsam etwas für die Umwelt - und damit natürlich auch für die nächsten Generationen - zu tun. Es komme auf jeden an. Er wünscht sich, dass viele mitmachen.
Peter Wieczorek, der stellvertretende Vorsitzende der Energie-Initiative Rhön- und Grabfeld stellte den Verein, die Ziele und bisherigen Aktivitäten vor. Projektleiter Günter Lieberth informierte über den Wettbewerb und Möglichkeiten, wie sich Bürger, Unternehmen und die Kommune beteiligen können.
Die Energieinitiative wurde 1995 gegründet, hat derzeit 270 Mitglieder überwiegend aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen. Das Hauptanliegen: Bewußtsein schaffen für Umweltschutz und Energieeinsparung. Hauptprojekt ist zur Zeit der kommunale Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“. Wie Wieczorek betonte, sei Umweltschutz nicht nur ein Gewinn für die Nachkommen. „Wir tun nicht nur etwas für die Nachwelt, sondern auch für uns selbst, für unsere Gesundheit und den eigenen Geldbeutel.“
Wie Günter Lieberth informierte, haben die ersten Gemeinden im Februar 2010 mit dem Wettbewerb begonnen. Mit dabei sind: Unsleben, Sulzfeld, Burkardroth, Motten, Willmars und Sandberg. In Hollstadt steht die Auftaktveranstaltung noch aus. Fladungen war vorgesehen, hat sich aber kurzfristig ausgeklinkt.
Der Wettbewerb läuft ein Jahr. Dann werden die drei erfolgreichsten Gemeinden mit dem Energiepreis „Rhönschaf“ im Wert von insgesamt 10 000 Euro ausgezeichnet. Die Kommune, die bis 2011 die größte CO2-Einsparung erreicht hat, bekommt 5000 Euro Preisgeld und ein Dorffest gesponsert. Der zweite Preis ist mit 3000 Euro und der dritte Preis mit 2000 Euro dotiert.
In jeder Teilnehmer-Gemeinde wird am aufgestellten Baumstamm die Ist-Situation dargestellt. Vierteljährlich werden daran die bereits eingesparten Tonnen CO2- eingefärbt, so dass man genau vor Augen hat, was sich innerhalb des einjährigen Wettbewerbszeitraumes bewegt.
Zur Motivation wurden zur Begrüßung an die Besucher schon mal Sparleuchten verteilt. Mit dem Wettbewerb wolle man Menschen begeistern und begleiten auf dem Weg zu klimafreundlichem Handeln durch Steigerung der Energieeffizienz, Energieeinsparung und die Nutzung erneuerbarer Energien, bekräftigte Günter Lieberth.
Er zeigte mit einer Präsentation zahlreiche Beispiele an Sparpotentialen in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität auf. Die Anregungen reichten von Energiesparleuchten, Austausch von alten Haushaltsgeräten (Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner etc.), Stand-by-Strom vermeiden, Umstieg auf Ökostrom, Senkung der Wohnraumtemperatur, Wärmepumpen, über energetische Sanierung von Wohngebäuden (wie Dämmung, Fenster), Nutzung erneuerbarer Energien wie Photovoltaik- oder Biogasanlagen, bis zum Kauf sparsamer Autos, Nutzung des Fahrrads und Änderung des Konsumverhaltens - zum Beispiel Vermeidung von Fernreisen oder regional und saisonal einkaufen.
Mit dem Wettbewerb verbunden ist ein fortlaufendes Beratungsangebot in den Gemeinden. Alle drei Monate werden die Erfolge bilanziert und themenspezifische Veranstaltungen finden statt. Die Haushalte sind aufgerufen, ihre Energiesparmaßnahmen und Investitionen mitzuteilen, Kaufbelege aufzuheben. Die Einsparungen werden notiert und von den Fachleuten der Energie-Initiative genau berechnet. Bei den Sprechstunden des Projektleiters kann alles gemeldet werden, was sich im Lebensumkreis geändert hat, vom Auswechseln der Glühbirnen bis zu Investitionen bei der Gebäudedämmung und vieles mehr. Für realisierte Maßnahmen werden Bürger mit Ton-Medaillen ausgezeichnet. Die Sprechstunden des Projektleiters und alle den Wettbewerb begleitenden Beratungstermine und Aktionen werden rechtzeitig bekannt gegeben.
Lieberth machte auch auf die nächsten Veranstaltungen der Energie-Initiative aufmerksam: Am 8. Mai findet das „2. Rhöner Sonnenfest“ auf dem Kreuzberg statt. Vom 7. bis 31. Mai gibt es in Burkardroth eine Wanderausstellung zum Thema Passivhaus mit Vorträgen am 15. Mai.
Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats in Oberelsbach, stellte das Klimaschutzprojekt des Biosphärenreservats Rhön vor. Fragebögen werden demnächst an alle Haushalte verteilt, die möglichst vollständig ausgefüllt wieder zurückgeschickt werden sollen. Sie sind die Grundlage für kostenfreie Energieberatungen für die einzelnen Anwesen. „Es ist notwendig, dass möglichst viele mitmachen und uns mit Daten bestücken“ sagte Geier. Alle, die den Fragebogen zurückgeben, bekommen eine direkte Rückmeldung, wo sie zum Sparen ansetzen können. Wie Geier betonte, gehe es bei dieser Aktion nicht nur um die Zukunft unseres Planeten, sondern um jedermanns Geldbeutel. Er ist überzeugt: „Otto-Normal-Rhöner hat noch ein großes Einsparpotenzial“. Insgesamt sollen bis zum Sommer die Daten von rund 7000 Haushalten aus den Wettbewerbs-Gemeinden vorliegen, dann wird ausgewertet und anschließend starten die Beratungen durch ein qualifiziertes Energieberaterteam.
Barbara Hippeli

Willmars macht mit: Auftaktveranstaltung im Rathaus
Dem Eisbär schmilzt das Eis unter den Pfoten - als Stofftier hatte ihn Projektleiter Günter Lieberth in den Rathaussaal in Willmars mitgebracht, denn die Gemeinde macht mit beim kommunalen Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“, der von der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld e.V. in Zusammenarbeit mit dem Biospärenreservat Bayerische Rhön durchgeführt wird. Derzeit treten acht Gemeinden gegeneinander an und versuchen innerhalb eines Jahres weniger klimaschädliches CO2 zu verursachen als bisher. Im Rahmen einer Bürgerversammlung im Rathaussaal wurde das Projekt ausführlich vorgestellt.
Je kleiner der CO2-Fussabdruck, desto besser ist es für die Umwelt und das Klima, aber auch für die Gemeinde, denn Willmars möchte den Rhönschafpreis gewinnen, das machte Bürgermeister Reimund Voß in seiner Begrüßung klar. Die Gemeinde unterstütze gern das verantwortliche Umgehen mit Energie, so Voß. Er erinnerte daran, dass die Kernkraft ungeahnte Folgekosten mit sich bringt und es bis heute kein Atommüll- Endlager gibt, Gorleben ist auch nur ein Zwischenlager. Der einzelne Bürger könne viel tun, beispielsweise durch Energiesparen, das Ändern seines Konsumverhaltens und ähnliches. Er freute sich, dass die Energie-Initiative die Leitung des Wettbewerbs in die Hand genommen hat. Zwei Baumstämme waren schon vor der Veranstaltung vor der Schule einbetoniert worden. Der längere steht für die durchschnittliche CO2-Erzeugung von 11 Tonnen pro Jahr pro Bürger, der kürzere für das, was nachhaltig (naturverträglich) wäre, nämlich zwei Tonnen pro Jahr. Wie viel CO2 in der Gemeinde eingespart wird, wird durch Einfärben des langen Baumstamms angezeigt. Ein Schild weist außerdem auf den Sinn dieser Symbole hin.
Zur Begrüßung wurden im Rathaussaal einige Sparbirnen verteilt, sie sollten als erster Beitrag für den Wettbewerb von den Anwesenden gleich zuhause eingeschraubt werden. Im Namen der Energie-Initiative begrüßte Vorstandsmitglied Regina Vossenkaul die interessierten Bürger und gab einige Informationen zu dem gemeinnützigen Verein, der die Idee in die Tat umsetzt, Sponsoren gesucht hat und als Mitstreiter das Biospärenreservat Bayerische Rhön und den BN-Kreisverband Bad Kissingen an der Seite hat.
Projektleiter Günter Liebert erläuterte mit Hilfe einer Präsentation, was in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität getan werden kann, um weniger CO2 zu verursachen. Wer mit dem Fahrrad fährt und das Auto stehen lässt, wer seinen Trockner abschafft und energiesparende und ausschaltbare Elektrogeräte kauft, hat schon einiges für die Umwelt getan. Eine intelligente Heizungspumpe spart Energie und damit CO2, das Dämmen der Häuser, der Einbau von besseren Fenstern, der Umstieg auf einen Ökostromanbieter, die Beteiligung an einem Projekt mit regenerativer Energie, sind nur einige der möglichen Beiträge, die für den Wettbewerb zählen. Nicht gezählt, weil nicht nachweisbar, ist beispielsweise der Umstieg auf vegetarische Ernährung, denn auch bei der Fleischerzeugung wird viel CO2 verursacht. In ungefähr vierteljährlichem Abstand gibt es Abgabetermine, dann sammelt der Projekt CO2CO2leiter Nachweise ein und lässt sie von einem Fachmann berechnen. Die Ergebnisse sind im Internet unter www.co2-fussabdruck.info zu sehen. Ende Februar 2011 erfolgt die Endabrechnung. Der erste Platz ist Gewinner des Rhönschafpreises und erhält 5.000 Euro (Platz zwei 3.000 Euro, Platz drei 2.000 Euro) und ein Dorffest. Die besonderen Leistungen Einzelner werden mit Tonmedaillen honoriert.
Michael Geier, Leiter des Biosphärenreservats Bayerische Rhön, erläuterte das Projekt Energiekonzept für sechs Modellgemeinden, Willmars gehört dazu. Fragebögen werden demnächst an alle Haushalte verteilt, die möglichst vollständig ausgefüllt wieder zurückgeschickt werden sollen. Sie sind die Grundlage für kostenfreie Energieberatungen für die einzelnen Anwesen. Insgesamt sollen bis zum Sommer die Daten von rund 7.000 Haushalten vorliegen, dann wird ausgewertet und anschließend starten die Beratungen durch ein qualifiziertes Energieberaterteam. Wie Geier berichtete, wird auch gerade an einer kostenfreien Mitfahrerzentrale gearbeitet. Immer wenn er zur Arbeit fahre, kämen ihm viele Autos von Pendlern entgegen, in jedem sitze eine Person - das könnte man ändern, Kosten sparen und seinen CO2-Fußabdruck gleichzeitig verkleinern.
Einige Informationen hatte Bürgermeister Voß für die anwesenden Bürger. So hatte es mehrere Beschwerden wegen der Behandlung des Trinkwassers mit Chlordioxid gegeben, was wegen einer bakteriellen Belastung notwendig geworden war. Heutzutage kämen nur wenige Wasserversorger ohne technische Bearbeitung aus, so Voß, diese Art sei eine preiswerte Möglichkeit, das Wasser keimfrei zu machen.
Der Grünabfallsammelplatz soll besser befestigt werden, allerdings soll zunächst der Humushügel abgetragen werden, bevor die Arbeiten beginnen. Im Schulbereich gibt es Veränderungen durch die Einrichtung von Mittelschulen, informierte der Bürgermeister. So werden die Hauptschüler ab dem kommenden Schuljahr nicht mehr nach Ostheim, sondern nach Mellrichstadt fahren müssen. Er lud ein zu einem Infoabend über die kreisweite Breitbandversorgung am 15. April um 19 Uhr im Rathaus in Ostheim und zu einer Siemens-Kundgebung in München am 28. April in München. Busfahrten werden organisiert. Der Gemeindeteil Filke wird am 28. April ebenfalls zu einem Infoabend in Sachen CO2-Fußabdruck im Rahmen einer Bürgerversammlung ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen, Beginn ist um 20 Uhr.


Der lange Baumstamm steht mit seinen 5,5 m für den Ist-Zustand, nämlich 11 Tonnen CO2 pro Bürger im Jahr, der kleinere für das, was nachhaltig wäre, nämlich 2 Tonnen pro Jahr. Den Startschuss für den Wettbewerb CO2-Fußabdruck gaben Bürgermeister Reimund Voß (links) und Projektleiter Günter Lieberth.
Foto: Regina Vossenkaul
Auftaktveranstaltung zum kommunalen Klimaschutzwettbewerb im Pfarrheim, Burkardroth
Wir leben auf großem Fuß
Als den Besuchern im Pfarrsaal drei Lampen präsentiert wurden, ließen die sich nicht so leicht unterscheiden, oder wie es einer der Grundschüler sagt: „Stinknormale Glühbirnen.“ Jedoch liegt, was den Stromverbrauch betrifft, ein großer Unterschied zwischen der klassischen Glühbirne und einer – gleich aussehenden – LED-Leuchte. Damit waren die Organisatoren mittendrin in der Auftaktveranstaltung für den Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“.
An dem kommunalen Klimaschutzwettbewerb, den die Energieinitiative Rhön und Grabfeld angestoßen hat, beteiligen sich bisher neben Burkardroth noch Motten, Sandberg, Fladungen, Unsleben, Sulzfeld, Hollstadt und Willmars. Ziel ist es, innerhalb eines Jahres, von März 2010 bis Februar 2011, die elf Tonnen CO2-Ausstoß, die ein Deutscher durchschnittlich durch seinen Lebenswandel produziert, so weit als möglich zu senken. Nachhaltig wären zwei Tonnen CO2-Ausstoß jährlich pro Bürger weltweit.
Mit Stelen veranschaulicht
Veranschaulicht wird dieser Unterschied mittels Stelen, die auf der Gerberwiese aufgestellt wurden. Die höhere entspricht mit ihren 5,5 Metern der Produktion von elf Tonnen, die kleinere, sie ist 1,5 Meter hoch, steht für zwei Tonnen CO2 pro Jahr und Bürger. Günter Lieberth, Projektleiter des Wettbewerbs, erklärt, welche Kriterien wichtig für die Wertung sind. Gemessen werden die CO2-Einsparmaßnahmen der Bürger, der Unternehmen vor Ort und auch der Kommune, die durch Neu-Investitionen erreicht werden. Belegt werden kann das etwa mit Quittungen, die den Erwerb eines energiesparenden Geräts belegen. Berücksichtigt werden laut Lieberth die Bereiche Wärme, Strom und Mobilität. Regelmäßig werden die Minderungen der kommunalen CO2-Emissionswerte an den Stelen farbig markiert. Gewertet werden etwa die Umstellung von Glüh- auf Energiesparlampen, der Wechsel zu Öko-Strom oder auch der Austausch von alten Haushaltsgeräten.In diesem Zusammenhang haben sich die Organisatoren eine weitere Aktion ausgedacht. Unter dem Motto „Eiskalt contra CO2“ werden der älteste Kühlschrank und die älteste Gefriertruhe gesucht, die im Markt noch genutzt werden. Für das Gerät gibt es dann ein neues geschenkt. Gleichzeitig werden der aktuelle Energieverbrauch ermittelt und das Einsparpotential von CO2 und Strom. Teilnehmen kann man noch bis Juni. Den Anmeldebogen gibt es im Internet
Weitere Termine
Die Sieger des kommunalen Wettbewerbes erhalten 5000 Euro. Der bestplatzierten Kommune wird zudem ein Dorffest ausgerichtet. An die Zweitplatziertengehen 3000 Euro, an die Dritten immerhin noch 2000 Euro. Im Abstand von drei Monaten sind die Veranstalter vor Ort, um den Fortschritt zu dokumentieren. Gleichzeitig werden weitere Infoveranstaltungen ausgerichtet, in denen es um konkrete Themen, also den Verbrauch von Strom oder die Reduktion von Heizkosten, geht.
Wie man ein „Klimaheld“ werden kann, erklärten die Dritt- und Viertklässler aus der Schulgarten-AG der Grundschule Burkardroth. So sollte man besser Fahrrad fahren als Auto und eher duschen als baden. Ein weiterer Tipp lautete: „Geht lieber mal raus und macht die Glotze aus.“Daniel Miller, Vorsitzender der Energieinitiative Rhön und Grabfeld, zeichnete ein düsteres Szenario, mit dem er die Bedeutung von Klimaschutz herausstellte. So bedeutet kurzfristig nach Ansicht einiger Klimaforscher der Anstieg der globalen Temperatur um ein Grad Celsius einen Anstieg des Meeresspiegels um 60 Zentimeter. Langfristig könnten aus diesen 60 Zentimetern nach Ansicht einiger Forscher aber auch 25 Meter werden. Ob dies eintreffe, könne niemand sagen, entscheidend sei aber, dass die Bürger jetzt anfangen, gemeinsam gegen den Klimawandel vorzugehen. Bereits bei der Eröffnung der Veranstaltung auf der Gerberwiese hatte Miller gesagt, jeder einzelne müsse sein Verhalten ändern und seinen CO2-Fußabdruck reduzieren. Denn: „Wir leben auf großem Fuß.“ Michael Geier vom Biosphärenreservat Rhön nutzte die Veranstaltung, um ein weiteres Projekt vorzustellen. So erhalten demnächst alle Haushalte Fragebögen. Im Anschluss daran werden Energieberater im Markt vor Ort sein, die Hausbesitzern Tipps geben, was sie an ihrem Gebäude tun können um – finanziell lohnenswert – Energie zu sparen. „Wir reden nicht nur über Klimaschutz, sondern auch über Geld“, so Geier, „denn die Nebenkosten, auch als 2. Miete bezeichnet, steigen weiter an.“ Dagegen müsse man etwas tun. Wünschenswert wäre für Geier daher eine Rücklaufquote der Fragebögen von „20 Prozent plus x“.
Als „Mustergemeinde“
Ergänzend dazu ging Franz Zang, Vorsitzender des Kreisverbandes Bad Kissingen des Bundes Naturschutz, auf die Wärmebildkamera-Aktion ein, die schon im vergangenen Winter gestartet wurde. 100 Bürger hätten bereits von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Gebäude untersuchen zu lassen. Außerdem war Zang der Meinung, dass durch die Verknüpfung von drei Projekten der Markt Burkardroth zur Mustergemeinde im Landkreis werden könne. Wichtig sei, „was man daraus macht.“ Landrat Thomas Bold, der Schirmherr Dr. Bernd Weiß, MdL, vertrat, erinnerte in seinem Grußwort daran, dass das Energiekonzept Bayerische Rhön inzwischen zehn Jahre alt ist. Die Probleme seien damals schon die gleichen gewesen wie heute. Mit vielem hätte man sich in der bayerischen Rhön bereits auseinandergesetzt. Wichtig sei es, über kommunale Wettbewerbe wie den „CO2-Fußabdruck“ die Bevölkerung zu sensibilisieren.
Trippelschritte
Bürgermeister Waldemar Bug ging in seinem Grußwort auf die Entwicklung des Umweltschutzes angefangen mit einer Studie von Dennis Meadows 1972 über die Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 bis hin zur heutigen Zeit ein, in der immer noch für einen Einkaufsbummel nach New York geflogen werde, man Äpfel aus Neuseeland esse und zwei Tonnen Stahl in Bewegung setze, um 75 Kilogramm Waren von A nach B zu bewegen. Nach vielen kleinen Trippelschritten sei es nun an der Zeit, viele große Schritte zu unternehmen. Dazu geben die drei Organisatoren der Projekte den richtigen Anstoß.Das Ortsoberhaupt erwähnte außerdem das Engagement von Lothar Brehm und Bernd Klaas, die mit der Wärmebildkamera bei frostigen Temperaturen in den Häusern unterwegs waren. Jochen Schultheis ist für das Projekt Ansprechpartner der Gemeinde und freut sich, dass die Energieinitiative nach eigenem Bekunden der Gemeinde leihweise dürei Energiekosten-Messgeräte zur Verfügung stellt, auch wenn die Gemeinde selbst schon ältere Modelle vorrätig hat. „Wir fangen an, und zwar jetzt!“, ist der Aufruf Bugs, mit dem er möglichst viele Bürger motivieren möchte, mitzumachen.
Annett Lüdeke

Start in Sulzfeld: Den CO2-Fußabdruck verkleinern
Zwei Baumstämme und eine Informationstafel machen es für die Öffentlichkeit sichtbar: Sulzfeld macht mit beim kommunalen Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“. Bürgermeister Jürgen Heusinger und der Vorsitzende des Organisators, der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld, Daniel Miller, nahmen die Enthüllung der Tafel vor, auf der erklärt wird, warum zwei Baumstämme auf dem Dorfplatz stehen.
Kein „Marterpfahl“ für den Bürgermeister, wie humorvolle Bürger vermuteten, sondern das sichtbare Zeichen für den durchschnittlichen CO2-Verbrauch eines deutschen Bürgers von elf Tonnen pro Jahr zeigt der große, 5,5 m hohe Stamm an. Der kleine Stamm steht für das, was umweltverträglich und nachhaltig wäre, zwei Tonnen pro Jahr. Ziel des Wettbewerbs ist es, durch die gemeinsame Leistung aller Bürger in der Gemeinde und der Kommune selbst den CO2-Ausstoß zu verringern in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität. Die Fortschritte werden durch Einfärben des langen Baumstammes in regelmäßigen Abständen sichtbar gemacht. Wer innerhalb eines Jahres am meisten einspart, gewinnt den Preis „Rhönschaf“ (1. Preis 5.000 Euro, 2. Preis 3.000 Euro, 3. Preis 2.000 Euro) und bekommt ein Dorffest dazu.
Einen Beitrag haben die Sulzfelder gleich geleistet, denn es wurden 35 Energiesparlampen an die ersten Gäste verteilt. „Wir engagieren uns für die Zukunft, das ist wichtig für unsere Kinder und Enkel“, sagte Bürgermeister Jürgen Heusinger, der sich wünscht, unter die ersten drei zu kommen. Der Wettbewerb sei nicht nur ein Beitrag für die Umwelt und das Klima, sondern unterstütze auch die heimischen Handwerker.
Daniel Miller, der als besonderen Gast auch den Schirmherrn des Wettbewerbs, Dr. Bernd Weiß, MdL, begrüßen konnte, informierte über die Initiative und das Entstehen des Wettbewerbs, der auf eine Idee von Michael Diestel, Eckhard Jaedicke und ihm selbst zurückgeht. Der gemeinnützige Verein Energie-Initiative beteiligte sich an einem Wettbewerb von "CO2NTRA", einer Klimaschutzinitiative der Dämmstofffirma Saint-Gobain Isover und gewann einen Preis, dessen fünfstellige Summe in das CO2-Projekt fließt. Weitere Sponsoren kamen dazu.
Ute Garrels von "CO2NTRA" berichtete, dass von der Dämmstofffirma jährlich bis zu 200.000 Euro für die Unterstützung von Klimaschutzprojekten vergeben werden. Eine Jury sucht aus den Bewerbern mit Projekten zu bestimmten Schwerpunkten die Sieger aus, zu denen auch die Energie-Initiative gehörte.
Der bisherige Projektleiter Karlheinz Lürzel, der sein Amt inzwischen in die Hände von Günter Lieberth übergeben hat, stellte den mehr als 80 interessierten Zuhörern das Projekt vor und machte klar, dass in hiesigen Breiten das größte Einsparpotenzial im Bereich Heizung/Warmwasser liegt. Er erläuterte auch, dass es um eine Gemeinschaftsleistung geht, zu der jeder Einzelne, aber auch die Kommune selbst beitragen kann. Alle Einsparbeiträge werden festgehalten, am Ende wird durch die Einwohnerzahl geteilt.
Sebastian Kuhn, der die exakten Berechnungen vornehmen wird, stellte einige Beispiele vor wie den Kauf eines Energie sparenden Elektrogeräts, den Umstieg auf ein kleineres Auto oder die Beteiligung an einer Photovoltaik- oder Solaranlage.
Ulrich Leber vom Energiespar-Kreis gratulierte der Gemeinde zur Teilnahme und berichtete, was die unabhängigen Berater vom Energiespar-Kreis zum Gelingen beitragen können. Stehen größere Investitionen am eigenen Haus an, sollte man sich beraten lassen, denn es gilt nicht nur alle möglichen Zuschüsse und verbilligte Darlehen von der KfW zu nutzen, sondern auch um die sinnvollsten Maßnahmen, die etwas bringen.
Schirmherr Dr. Bernd Weiß nahm in seinem Grußwort Bezug auf den kürzlich bei Schwanhausen gefundenen Fußabdruck eines Dinosauriers und meinte, man sollte wie die Indianer möglichst wenig Spuren auf der Erde hinterlassen und den CO2-Fußabdruck verkleinern. Er sah großes CO2-Einsparpotezial besonders bei den Altbauten, die oft ungedämmt sind und viel Heizungswärme benötigen. "Der Wettbewerb passt zu uns, wir leben von der Natur und mit der Natur", so Weiß. Angesichts des Klimawandels müsse "ein Ruck durchs Land gehen", man könne gar nichts Besseres für die nächsten Generationen tun. Er dankte allen, die das Projekt initiiert haben und allen Bürgern, die mitmachen. Der Wettbewerb kann unter www.co2-fussabdruck.info verfolgt werden.


Der hohe Baumstamm steht für den durchschnittlichen Verbrauch des klimaschädlichen Gases CO2, der niedrige für den Verbrauch, der nachhaltig wäre. Beim Wettbewerb „CO2-Fussabdruck“ (hier Bürgermeister Jürgen Heusinger (rechts) und der Vorsitzende der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld, Daniel Miller bei der Enthüllung) versuchen zehn Kommunen, den eigenen Verbrauch zu senken.

Start frei für die Verkleinerung des Fußabdrucks: Bei der Auftaktveranstaltung zum Wettbewerb im voll besetzten Saal des Gasthauses „Zum Hirschen“ in Sulzfeld freuten sich die Aktiven des Abends: (von links) Dipl.-Ing.(FH) Sebastian Kuhn, der Vorsitzende des Energiespar-Kreises Ulrich Leber, die Vertreterin des Hauptsponsors für den Wettbewerb, Ute Garrels, der Vorsitzende der Energie-Initiative Daniel Miller, Bürgermeister Jürgen Heusinger, der bisherige Projektleiter Karlheinz Lürzel und Schirmherr Dr. Bernd Weiß, MdL.
Fotos: Regina Vossenkaul
Mit Unsleben startet der kommunale Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“
Die rund 1000 Einwohner zählende Gemeinde Unsleben ist die erste, die in den kommunalen Wettbewerb „CO2-Fußabdruck“, veranstaltet von der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld, einsteigt. Kooperationspartner ist das Biosphärenreservat Bayerische Rhön, mit im Boot sind auch der Bund Naturschutz Bad Kissingen und eine Reihe von Sponsoren. Als äußeres Zeichen wurden am Montagnachmittag zwei Baumstämme auf dem Rathausplatz enthüllt. Der 5,5 m lange symbolisiert den durchschnittlichen CO2-Ausstoss von 11 t pro Jahr eines Bürgers in Deutschland, der kleinere zeigt auf, was eigentlich nachhaltig wäre: 2 t pro Jahr.
Um die Verminderung des klimaschädlichen Kohlendioxids geht es bei dem Wettbewerb, an dem zehn Kommunen teilnehmen werden, davon liegen zwei im Landkreis Bad Kissingen. Ein Jahr lang wird genau aufgeschrieben, wie viel CO2 eingespart wird durch Maßnahmen wie Dämmen von Häuserwänden, Kellern, Dächern, Heizungsrohren, den Einbau von neuen Fenstern, effektiveren Heizungspumpen, Energiesparlampen und ähnlichem. In regelmäßigen Abständen werden die von den Bürgern eingebrachten und nachgewiesenen Daten (durch Rechnungskopien u-ä.) verwertet und an dem langen Baumstamm durch Einfärben sichtbar gemacht. Wer nach einem Jahr am meisten eingespart hat, gewinnt den 1. Preis „Rhönschaf“, der mit 5.000 Euro dotiert ist sowie ein Fest für alle Bürger, Platz zwei erhält 3000 Euro, Platz drei 2.000 Euro.
Wie Bürgermeister Michael Gottwald berichtete, hatte sich der Gemeinderat einstimmig für die Teilnahme an dem Wettbewerb ausgesprochen. Im Gemeindegebiet konnten in den vergangenen Jahren schon viele zukunftsweisende Projekte umgesetzt werden, von Bürgersolaranlagen bis zum Nahwärmenetz für 30 Anschlussnehmer mit Hackschnitzelanlage. Das Umdenken hat 1998 begonnen, als die Elektroheizung aus dem Kindergarten verbannt und gemeinsam mit der Schule der Lebenshilfe ein Blockheizkraftwerk angeschafft wurde. „Das alles hat viel Arbeit verursacht und manchmal auch Ärger“, so der Bürgermeister. Der Weg wurde in der aktiven Gemeinde auch frei gemacht für die von der Agrokraft gebaute Biogasanlage, die nicht nur Strom ins Netz speist, sondern auch Wärme in die Gärtnerei und ins Nahwärmenetz. Momentan läuft ein Biomethanprojekt, das 2010 abgeschlossen sein soll.
„Die Gemeinde hat schon viel getan, jetzt sind mal die Bürger dran“, so Gottwald, der hofft, dass sich möglichst viele Einwohner am CO2-Wettbewerb beteiligen. In der Dorfscheuer ließen sich rund 40 Interessierte über den Wettbewerb informieren, zunächst vom Vorsitzenden der Energie-Initiative Daniel Miller, der Grüße vom Schirmherren des Projekts, MdL Dr. Bernd Weiß, ausrichtete und sich freute in Unsleben den Startschuss geben zu können. Die am Nachmittag aufgestellten Baumstämme werden, sobald der Boden frostfrei ist, einen endgültigen Platz finden, informierte Miller.
Bürgermeister Gottwald erinnerte daran, dass viele Menschen vom Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen enttäuscht waren, es sei jedoch schwer, so vielen Interessen gerecht zu werden, schließlich hätten die Afrikaner ganz andere Sorgen als die Europäer. So sei man wieder bei der Basis angelangt, jeder Einzelne könne viel tun. Klimaschutz bedeute nicht, auf Wohlstand zu verzichten, es gebe viele neue technische Möglichkeiten, die man nutzen kann. Wichtig sei auch, die Wertschöpfung in der Region zu halten. „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen.“
Energieberater Günter Lieberth, Projektleiter des „CO2-Fußabdrucks“, gab einen Ausblick auf die kommenden Vorträge, Ausstellungen und Aktionen, die den einjährigen Wettbewerb begleiten werden. Die Termine werden rechtzeitig durch Presse und Gemeindeblatt bekannt gegeben. Die Chancen für Unsleben, als Sieger hervorzugehen stehen nicht schlecht, so seine Einschätzung. Die Wertschöpfung stärken, heimische Ressourcen nutzen, Arbeitsplätze schaffen und erhalten, das Gemeinschaftsgefühl stärken- das seien neben der Reduktion des CO2 die wichtigsten Ziele, so Lieberth.
Zufällig habe man am gleichen Thema gearbeitet und sich dabei getroffen, berichtete der Leiter der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, Regierungsdirektor Michael Geier. So kamen zwei Kooperationspartner zusammen, die sich gut ergänzen. Ausgestattet mit Fördergeldern vom Bundesamt für Naturschutz führt das Biosphärenreservat Rhön ein Klimaschutzprojekt durch. Für sechs Kommunen sollen durch ein Energieberatungsbüro entsprechende Konzepte erarbeitet werden, Unsleben gehört dazu. Geier appellierte an die Anwesenden, einer Studentin, die im Ort Daten erheben wird, alle benötigten Auskünfte zu geben. Nur so können ein genaues Bild und ein Konzept entstehen.
Informationen gab es auch vom Vorsitzenden des Energie-Sparkreises, Ulrich Leber, und von Klaus Gerner vom BN- Arbeitskreis erneuerbare Energien (Landkreis Bad Kissingen), der mit einer Wärmekamera-Aktion den Wettbewerb unterstützen wird.

Über den Startschuss in der ersten Teilnehmergemeinde Unsleben freuten sich (von links) Michael Geier von Biosphärenreservat bayerische Rhön, Projektleiter Günter Lieberth, Bürgermeister Michael Gottwald, Klaus Gerner vom BN Bad Kissingen und der Vorsitzende der Energie-Initiative, Daniel Miller.

Mit der Enthüllung der Baumstämme, die Ist und Soll bezüglich der CO2-Erzeugung der Bürger darstellen, begann der kommunale Wettbewerb "CO2-Fußabdruck" in Unsleben, mit dabei (von links) Projektleiter Günter Lieberth, Bürgermeister Michael Gottwald und Vorsitzender der Energie-Initiative, Daniel Miller.

Fotos: Regina Vossenkaul